Überobligatorisches BVG: Alles, was Sie über diese verbesserte Vorsorge wissen müssen
Meine Guthaben zurückführenDie überobligatorische berufliche Vorsorge entspricht den Guthaben, die aus Beiträgen resultieren, die auf dem Einkommensteil berechnet werden, der den Jahreslohn von 90 720 CHF übersteigt. Zusammen mit der obligatorischen beruflichen Vorsorge bildet sie die 2. Säule des Schweizer Rentensystems.
Die überobligatorische berufliche Vorsorge ist ein Instrument, das es Arbeitnehmenden mit hohem Einkommen ermöglicht, mehr in die Pensionskasse einzuzahlen und so ihr Einkommen nach der Pensionierung zu verbessern. Informieren Sie sich ausführlich über dieses System, um es optimal für die Vorbereitung Ihres Ruhestands zu nutzen.
Die wichtigsten Punkte in der Übersicht
Ziel: Verbesserung der Altersrente für Lohnanteile über 90 720 CHF.
Bedingungen: Jahreseinkommen über 90 720 CHF (Eintrittsschwelle ins Obligatorium: 22 680 CHF).
Vorteile: Höherer Vorsorgeschutz bei Invalidität/Tod und massive Steueroptimierung durch Einkäufe.
Verzinsung: Mindestens 1,25 % im Obligatorium, im Überobligatorium variabel je nach Kassenreglement.
Auszahlung: Wahl zwischen lebenslanger Rente, Kapitalbezug oder einer Mischform.
Vigilanz: Der Umwandlungssatz im überobligatorischen Teil liegt 2026 meist unter den gesetzlichen 6,8 %.
Was ist die überobligatorische berufliche Vorsorge?
Arbeitnehmende ab 25 Jahren mit einem Jahreseinkommen von mehr als 22 680 CHF (Eintrittsschwelle 2026) sind in der Schweiz verpflichtet, Beiträge an die Pensionskasse zu leisten. Dieses System besteht aus einem obligatorischen Teil und einem überobligatorischen Teil, der diesen ergänzt.
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Definition und Funktionsweise
Wenn der Jahreslohn 90 720 CHF nicht übersteigt, zahlen die Versicherten nur in die Säule 2a (Obligatorium) ein. Über dieser Schwelle ist es möglich, Beiträge für eine überobligatorische Vorsorge oder Säule 2b zu leisten. Mit anderen Worten: Lohnanteile, die den Rahmen des obligatorischen Regimes überschreiten, werden dem überobligatorischen Bereich zugewiesen. Hier sind die Bedingungen, die den Aufbau eines überobligatorischen Altersguthabens ermöglichen:
- Ein Vorsorgeplan, der Leistungen auch bei Einkommen unter der gesetzlichen Schwelle garantiert;
- Die Möglichkeit, bereits vor dem 25. Lebensjahr mit dem Sparen zu beginnen;
- Ein Jahreslohn von über 90 720 CHF: Alle Lohnteile über dieser Schwelle werden in den von der Pensionskasse angebotenen Lösungen berücksichtigt;
- Ein Koordinationsabzug (26 460 CHF), der niedriger als die gesetzliche Vorgabe sein kann oder je nach Beschäftigungsgrad variiert;
- Freiwillig höhere Sparbeiträge, die vom Arbeitgeber und Arbeitnehmenden getragen werden;
- Ein Zinssatz auf dem Alterskapital, der über dem gesetzlichen Mindestzinssatz liegen kann;
- Eine bereits bestehende Vorsorgelösung vor der Einführung des BVG im Jahr 1985;
- Die Durchführung von freiwilligen Einkäufen durch den Versicherten in seine Pensionskasse.
Unterschied zwischen obligatorischer und überobligatorischer Vorsorge
Für die obligatorische Vorsorge ist die gesetzliche Basis im Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) festgeschrieben, während für die überobligatorische Vorsorge das Reglement der jeweiligen Vorsorgeeinrichtung massgebend ist. Der versicherte Lohn im Obligatorium ist im Jahr 2026 auf den koordinierten Lohn bis 88 200 CHF begrenzt. Darüber hinausgehende Lohnanteile sind im Rahmen der überobligatorischen Vorsorge versichert.
Ein weiterer Unterschied liegt beim Mindestertrag: Der Bundesrat legt jedes Jahr einen Mindestzinssatz für das Obligatorium fest (1,25 % im Jahr 2026). Für das Überobligatorium gibt es keinen gesetzlichen Mindestsatz: Dieser hängt von den Vertragsbedingungen und der Anlagestrategie der Kasse ab.
Bei den Leistungen (Altersrente, Invalidenrente und Hinterlassenenrente) gibt es im Obligatorium ein garantiertes gesetzliches Minimum. Im überobligatorischen Bereich bestimmt der Arbeitgeber über höhere oder ergänzende Leistungen.
Warum sollte man eine überobligatorische Vorsorge abschliessen?
Die überobligatorische Vorsorge ermöglicht eine vorteilhaftere Deckung, eine steuerliche Optimierung und ein höheres Einkommen im Ruhestand.
Verbesserung des Vorsorgeschutzes
Die Renten im Falle von Invalidität oder Tod sind höher. Der Versicherte und seine Angehörigen profitieren somit von einer besseren finanziellen Sicherheit.
Optimierung der Besteuerung
Die überobligatorische Vorsorge wird wegen ihrer Flexibilität und der steuerlichen Vorteile geschätzt: Viele Kassen erlauben es den Versicherten, fehlende Beitragsjahre durch einen Einkauf auszugleichen. Diese Beträge sind vollumfänglich steuerabzugsfähig.
Erhöhen Sie Ihre Rentenleistungen
Die überobligatorische Vorsorge ermöglicht es, einen höheren Lohnanteil zu versichern, und kann das gesamte Einkommen abdecken. Durch höhere Beiträge wächst das Altersguthaben, was zu einer höheren Altersrente führt.
Wer kann von der überobligatorischen Vorsorge profitieren?
Ein Arbeitnehmender kann von der überobligatorischen Vorsorge profitieren, wenn sein Arbeitgeber dies anbietet. Es handelt sich nicht um einen gesetzlichen Anspruch wie beim Obligatorium, sondern um eine Verbesserung auf Initiative des Arbeitgebers oder im Rahmen von Kollektivverträgen.
Arbeitnehmende mit hohem Einkommen
Sobald der Jahreslohn 90 720 CHF übersteigt, ermöglicht der darüberliegende Teil Beitragszahlungen in das Überobligatorium. Dies garantiert höhere Leistungen nach Erreichen des Referenzalters.
Unternehmer und Selbstständige
Freiberufler können sich freiwillig versichern, da sie nicht obligatorisch einer Pensionskasse angeschlossen sein müssen. Bestimmte Institutionen bieten ihnen Pläne mit überobligatorischen Leistungen an.
Wie funktioniert die überobligatorische Vorsorge?
Wenn Ihr Jahreslohn im Jahr 2026 über 90 720 CHF liegt, können Sie auf Basis des darüberliegenden Einkommensteils Beiträge leisten, um Ihre Leistungen bei Invalidität, Tod oder Pensionierung zu verbessern.
Beiträge und Beitragszahlungen
Der Beitragssatz für das Überobligatorium wird durch den Vorsorgeplan und nicht durch das Gesetz definiert. Die Leistungen sind proportional zu den Beiträgen: Je höher diese sind, desto höher fallen die Renten aus.
Rendite und Verwaltung des Kapitals
Die Rendite hängt vom Zinssatz und der gewählten Anlagestrategie ab. In der Regel ist die Verwaltung so ausgelegt, dass das gesamte Guthaben attraktiv verzinst wird.
Was sind die Vor- und Nachteile?
Die überobligatorische Vorsorge bietet erhebliche Vorteile, man sollte jedoch auch die Einschränkungen kennen.
Steuerliche und finanzielle Vorteile
Dank der höheren Verzinsung stellt die überobligatorische Vorsorge sicher, dass das Renteneinkommen über den üblichen 60 % des letzten Lohns liegt. Alle Einzahlungen (Einkäufe) in die 2. Säule können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Risiken und Einschränkungen
Die Säule 2b ermöglicht den Bezug als Rente oder als Kapital. Die Rentenauszahlung unterliegt der Einkommenssteuer. Kapitalbezüge werden einmalig zu einem reduzierten Satz besteuert (je nach Kanton zwischen 5 % und 15 %). Während diese Option vorteilhaft erscheinen mag, birgt sie ein Langlebigkeitsrisiko: Bei schlechter Verwaltung des Kapitals besteht die Gefahr, dass die Mittel vorzeitig aufgebraucht sind. Oft wird eine gemischte Lösung (Teilkapital/Teilrente) empfohlen.
Wie wählt man die passende überobligatorische Vorsorge?
Um die richtige Wahl zu treffen, sollten definierte Kriterien berücksichtigt und die Angebote verschiedener Pensionskassen verglichen werden.
Zu berücksichtigende Kriterien
Prüfen Sie die Beitragssätze von Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Oft zahlt der Arbeitgeber mehr als das gesetzliche Minimum von 50 %. Informieren Sie sich besonders über den BVG-Umwandlungssatz 2026 für den überobligatorischen Teil.
Beachten Sie, dass dieser Satz oft niedriger ist als der gesetzliche Satz von 6,8 %, der für das Obligatorium gilt. Konsultieren Sie die Renditen der letzten 3 bis 5 Jahre, um die Performance der Kasse zu beurteilen.
Vergleich der Pensionskassenangebote
Prüfen Sie die Leistungen bei Invalidität oder Tod. Wählen Sie flexible Verträge, die einfache Möglichkeiten für den Einkauf bei Beitragslücken bieten.
Rédigé par Swiss Serenity
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